2000 Zuschauer sehen Sieg des SVA

2000 Zuschauer sehen Sieg des SVA

Regionalliga 03.11.2019

15. Spieltag | Oberliga Niedersachsen

Bericht: Lars Pingel

 

Ein Kopfballtor von Marlo Siech in der 90. Minute hat den Fußballern des SV Atlas Delmenhorst den Sieg im Oberliga-Gipfeltreffen gesichert. Vor 2000 Zuschauern setzte sich der Tabellenzweite gegen den Spitzenreiter VfV Hildesheim durch.

"Der ist drin", erzählte Marlo Siech: "Ich habe nur gedacht: Der ist drin." Der Innenverteidiger des SV Atlas Delmenhorst stand erschöpft, aber zufrieden lächelnd vor einer Auswechselbank im Stadion an der Düsternortstraße. Er sprach am Sonntag von der 90. Minute des Gipfeltreffens der Fußball-Oberliga, in dem seine Mannschaft als Tabellenzweiter den Spitzenreiter VfV Hildesheim empfangen hatte. Siech entschied es durch sein Kopfballtor. Mit seinen Mannschaftskameraden feierte er vor 2000 Zuschauern im Stadion an der Düsternortstraße – davon rund 100 aus Hildesheim – einen 2:1 (0:1)-Erfolg. "Der ist nach der zweiten Halbzeit verdient", fand der Torschütze: "Wir wollten den Sieg einfach mehr. Hildesheim wollte ihn auch, wir aber mehr", schwärmte Siech von der Energieleistung des in Punktspielen in der Saison 2019/20 weiter unbesiegten SV Atlas. Die Hildesheimer, die die erste Halbzeit klar dominierten, waren durch Niklas Rauch (2.) in Führung gegangen. Marco Prießner erzielte den Ausgleich (70.).

Kopfball von Marlo Siech senkt sich ins Netz

Foto: Rolf Tobis

Siech war etwa eine Viertelstunde bevor er an der Bank vor dem Duschen noch ein wenig durchschnaufte, mit Karlis Plendiskis, seinem Kollegen aus dem zentralen Bereich der Atlas-Viererkette, in den VfV-Strafraum gegangen, um auf eine Ecke von der rechten Seite zu warten. Julian Harings schlug sie hoch in den Strafraum, Plendiskis kam nicht ganz hinter den Ball, verlängerte ihn so auf den langen Pfosten. Dort sprang Siech am höchsten, das Spielgerät senkte sich in einem Bogen vor dem kurzen Pfosten ins Netz: 2:1 für Atlas. Ein paar bange Minuten später, in denen der Gast alles nach vorn warf und noch eine dicke Chance hatte, stand fest, dass Atlas die intensive, spannende Partie tatsächlich gedreht hatte.  

VfV Hildesheim ist mit erstem Torschuss erfolgreich

"Wir haben nicht ins Spiel gefunden", erklärte SVA-Trainer Key Riebau die Probleme seiner Elf vor der Pause. Seine Akteure seien nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen, die Struktur sei schlecht gewesen. Allerdings traf das Atlas-Team auf eine Mannschaft, die eindrucksvoll nachwies, warum sie den ersten Tabellenplatz innehat. Zweikampf- und laufstark griff der VfV die Delmenhorster mit drei, vier Spielern schon an deren Strafraum an. Da die Ordnung auch in der Reihe dahinter perfekt passte, hatte Atlas große Probleme, Angriffe aufzubauen. Und zwar von Beginn an. Bereits bei ihrem ersten Ballbesitz gerieten die Delmenhorster in Schwierigkeiten, was zu einem Missverständnis zwischen Plendiskis und Torwart Malte Seemann und zu einem Eckball für den VfV führte. Der SVA bekam diesen nicht geklärt, Rauch schoss aus elf Metern unhaltbar ein (2.).

Foto: Rolf Tobis

SV Atlas hat vor der Pause nur wenig Chancen

Die Delmenhorster hätten schnell antworten können. Nach einer Ecke von Florian Stütz, der später angeschlagen ausgewechselt werden musste, nahm Prießner den aus dem Strafraum geköpften Ball volley, doch VfV-Torwart Nils Zumbeel parierte den Schuss glänzend (5.). Vor der Pause wurde es für die Gäste nur noch einmal etwas gefährlich. SVA-Stürmer Marek Janssen zwang den starken VfV-Innenverteidiger Marcel Kohn zu seiner einzigen Unsicherheit, zu einem Rückpass auf Zumbeel, den der Torwart mit der Hand aufnehmen musste. Musa Karlis Freistoß aus sieben Metern blockten die Hildesheimer aber ab.

Foto: Rolf Tobis

VfV-Trainer Benjamin Duda ärgert sich über vergebene Möglichkeit

"Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit klar dominiert – und zwar in allen Belangen", sagte VfV-Trainer Benjamin Duda später. "Doch wenn du so kraftraubend spielst wie wir, musst du mit 2:0 führen. Die 1000-prozentige Chance dazu hatten wir ja." Nach einer schnellen Kombination über die linke Seite stand Adem Avci frei vor Seemann. Der Atlas-Torhüter hielt den Schlenzerversuch (43.). Die Hildesheimer hatten bis dahin das Geschehen zwar souverän kontrolliert, sich mit ihren Angriffen aber auch keine weiteren klaren Möglichkeiten erspielt.

Foto: Rolf Tobis

"Nach der Pause hat Atlas die Spieleröffnung verändert", erklärte Duda, was aus seiner Sicht ein Grund für die Wende war. "Es hat mit langen Pässen hinter unsere erste Reihe agiert. Wir sind nicht mehr zu unserem Erfolgsrezept, dem Pressing, gekommen." Dennoch hätte sein Team vor dem Ausgleich noch den zweiten Treffer erzielen können. "Das wäre die Entscheidung gewesen." Doch Seemann war nach Steilpässen jeweils vor Dudas Stürmer Avci am Ball. Der VfV-Trainer folgerte: 

"Und so haben wir ein wirkliches Spitzenspiel der beiden besten Oberliga-Mannschaften vor einer tollen Kulisse halt noch verloren. Ich gratuliere Delmenhorst zu einem hart erkämpften, letztlich verdienten Sieg."

Marco Prießner erzielt den Ausgleich

Foto: Rolf Tobis

Die Delmenhorster waren nach dem Seitenwechsel deutlich entschlossener. Das führte dazu, dass sie viel mehr Zweikämpfe gewannen und dadurch in besseren Feldpositionen an den Ball kamen. "Die zweite Halbzeit hat für einiges entschädigt", stellte Riebau fest: "Die Mannschaft hat enorm viel investiert. Sie war viel, viel wacher." In der Kabine, verriet der SVA-Coach, hätte das Trainerteam ein wenig an die Ehre appelliert. "Wir wollten uns nicht nachsagen lassen, dass wir vor so einem grandiosen Publikum, das uns auch überallhin begleitet, nicht alles versucht hätten." Das muss sich das Atlas-Team wahrlich nicht. Es rackerte und ackerte sich in die Partie, das Passspiel wurde immer genauer. Ergebnis waren gute Chancen für Plendiskis (55., 63.) und Prießner (57.).

Das 1:1 leitete Marvin Osei, der für Stütz eingewechselt worden war (39.), mit einem ganz starken Solo von der Mittellinie aus ein. Nach einem Doppelpass mit Tom Schmidt lief Osei in den Strafraum und bewies dort klasse Übersicht. Er legte den Ball quer auf den noch besser postierten Prießner, der ihn ins leere Tor schob (70.). Atlas drückte weiter, musste bei Hildesheimer Kontern allerdings auch mächtig auf der Hut bleiben. 

Foto: Rolf Tobis

Atlas-Trainer Key Riebau ist stolz auf sein Team

In der 90. Minute belohnte der Kopfball von Siech die Entschlossenheit der Delmenhorster, die danach aber noch zittern mussten. Hildesheim warf in der Nachspielzeit alles nach vorn. In Überzahl, Plendiskis wurde am Schienbein behandelt, schoss  der eingewechselte Benedict Plaschke nach einer Ecke aus fünf Metern über das Atlas-Tor (90.+2). Der allerletzte Versuch von Dominik Franke war für Seemann keine Herausforderung (90.+3). "Das Spiel zeigt, dass mit Bereitschaft und Energie vieles möglich ist", sagte Riebau. Der Erfolg sei nicht hochverdient, sondern ein Arbeitssieg, fand er und war damit rundum zufrieden:  "So eine Leistung wie die, die wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, macht einen schon stolz." 

SV Atlas

2 : 1

VfV 06 Hildesheim

Sonntag, 3. November 2019 · 14:00 Uhr

Oberliga Niedersachsen · 15. Spieltag

Schiedsrichter: Julian Lüddecke Assistenten: Oliver Jakob, Anke Hölscher Zuschauer: 2000

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