Wir wollen die Zuschauer mitnehmen, sie begeistern

Wir wollen die Zuschauer mitnehmen, sie begeistern

1. Herren 08.08.2019

Atlas Kapitän Nick Köster im Gespräch mit Chris Rohdenburg für sport.de/weltfussball.de

 

Hallo Herr Köster, kommen Sie zur Zeit überhaupt noch zum Durchatmen vor lauter Medienterminen?

Es ist sehr viel los gerade. Das Interesse am Spiel ist riesengroß. Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass der Rummel so riesig sein wird. Es macht aber schon Spaß für das Spiel Rede und Antwort zu stehen. In der Oberliga wird sich das schon wieder beruhigen (lacht).

Der Countdown läuft. In Kürze rollt der Ball im Weserstadion. Wie groß ist Ihre Anspannung?

Die Anspannung ist zuletzt täglich angestiegen, die Vorfreude ist riesengroß. Am liebsten würde ich jetzt schon auf dem Platz stehen. Ich bleibe aber bei all den Gedanken an das Spiel fokussiert, gehe Abläufe im Kopf durch.

Wie viel macht es dann noch aus, dass das Spiel unter Flutlicht stattfindet?

Wenn die Flutlichter angehen, ist jeder Fußballer glücklich. Im Weserstadion gibt es ja dazu noch die geilsten Flutlichter in Deutschland, diese vier Masten. Das ist ein i-Tüpfelchen.

Wie haben Sie die Auslosung mitverfolgt?

Ich bin zu der Zeit gerade mit dem Flugzeug gelandet. Ich konnte also leider nicht live vor dem Fernseher sein. Mir wurde es dann nach dem Verlassen der Sicherheitszonen zugetragen. Dann war der Jubel groß.

Sie selbst haben schon im DFB-Pokal gespielt, 2011/2012 mit dem VfB Oldenburg knapp gegen den HSV verloren. Wie erfahren ist der Atlas-Kader insgesamt, was solche Spiele angeht?

Wir haben ein paar erfahrene Leute im Team: Musa Karli hat schon DFB-Pokal-Luft gegen Eintracht Frankfurt geschnuppert, Florian Stütz kennt sich aus, der hat schon gegen den FC Bayern gespielt, als er noch bei Schwarz-Weiß Rehden war, und Karlis Plendiskis durfte mal gegen den BVB ran mit dem SV Wilhelmshaven. Aber natürlich ist das selbst für diese Spieler ein Ausnahmespiel.

Wie groß ist die Chance von Atlas Delmenhorst in Prozent?

In Prozent möchte ich das nicht beantworten. Es ist ein Spiel von David gegen Goliath. Wir wollen defensiv gut aussehen, kompakt stehen. Aber wir wollen auch, wenn wir den Ball gewinnen, vernünftig nach vorn spielen und Konter setzen.

Welche Pläne haben Sie für das Spiel?
Wir wollen die Zuschauer mitnehmen, sie begeistern. Wir wollen ein gutes Spiel abliefern. Die Westkurve ist ja in Atlas-Hand, die Ostkurve in Bremer Hand und Nord- und Südgerade sind gemischt. Da sehe ich Potential, die neutralen Zuschauer auf unsere Seite zu ziehen - durch gute Aktionen, ordentliche Zweikämpfe und gute Kombinationen.

Gab es bei Ihnen teamintern schon Überlegungen, wer mit wem das Trikot tauschen möchte?

Nein, ich glaube nicht. Ich habe da noch keinen im Sinn. Wahrscheinlich will aber sowieso jeder Pizarros Trikot haben (lacht). Das dürfte sehr begehrt sein.

Gibt es untereinander Wetten, wer vielleicht ein Tor erzielen könnte?

Ich habe nur so viel mitbekommen, dass der Verein sich etwas einfallen lassen will für jedes Tor, das wir schießen. Aber ich weiß nicht genau, was geplant ist. Aber irgendwas wird es wohl geben.

Sie waren ja vor einigen Tagen im Weserstadion, um den Spielort unter die Lupe zu nehmen. Welchen Eindruck haben Sie bekommen?

Das ist bisher schwierig zu sagen, weil man ja das leere Stadion schlecht mit dem vollen Rund vergleichen kann, das uns erwartet. Wenn dann noch die Flutlichter angehen … Aber es war gut, das Ganze schon mal gesehen zu haben, die Kabine, die Gänge. Jetzt ist das alles nicht mehr ganz so neu. Am Spieltag werden ja sowieso viele Eindrücke auf uns einprasseln. Da kann es nur von Vorteil sein, dass man sich schon ein wenig auskennt. Die Gästekabine war zum Beispiel im Vergleich zu unserer Kabine schon echter Luxus.

Sie waren ja selbst schon in der Jugend bei Werder aktiv? Wieso hat es mit dem Sprung nicht geklappt?

Ich war bis zur U18 bei Werder. Leider war ich gerade in dem Jahr mit dem Kopf nicht unbedingt auf der Höhe. Ich habe zu diesem Zeitpunkt lieber einen Tunnel angesetzt statt den Abschluss zu suchen, war zu verspielt. Ich gebe bei Werder keinem die Schuld, das lag damals eher an mir.

Ihre Trainer waren damals unter anderem Viktor Skripnik und auch Florian Kohfeldt. Gibt es ein großes Wiedersehen mit dem aktuellen Werder-Coach?

Ich glaube nicht. Ich war ja in der Jugend bei Florian Kohfeldt, das war glaube ich damals sein erstes Werder-Jahr. Ich weiß gar nicht, ob er sich noch an mich erinnert. Da gehen ja so viele Spieler durch. Eher nicht. Aber ich freue mich trotzdem!

Ihr Teamkollege, Leon Lingerski, hat gesagt, er hätte mit Bezug auf die Chance aufs Weiterkommen „lieber auf einem Acker gespielt“ - wie sehen Sie das?

Ähnlich. Hätten wir in Delmenhorst gespielt, wäre das sicherlich für die Profis noch einmal eine ganz andere Situation gewesen. Sie hätten sich an 6000 Zuschauer gewönnen müssen, an unseren Platz, an unsere Verhältnisse, an die Kabinen. Jetzt ist es andersrum. Jetzt müssen wir uns an deren Bedingungen anpassen. Sie hingegen kennen jeden Grashalm. Klar, wir haben uns das Stadion schon mal angeguckt, aber gespielt haben wir auf dem Rasen noch nicht.

Würden Sie denn das „Erlebnis Weserstadion“ tauschen gegen eine möglicherweise etwas größere Chance aufs Weiterkommen in einem richtigen Heimspiel an der Düsternortstraße?

(Lacht). Das ist eine schwierige Frage, oder? - Ich glaube, dass wir auch mit dem „Erlebnis Weserstadion“ eine Chance haben, zu gewinnen. Warum nicht? Im Fußball ist alles möglich. Klar ist man realistisch. Aber wenn wirklich alles zusammenkommt, warum nicht?

Wie sieht es denn mit der Unterstützung der eigenen Fans aus?

Ich glaube, dass unsere Anhänger auf den Rängen richtig Gas geben werden. Wir versuchen unten auf dem Platz alles zu geben und die Energie auf die Zuschauer zu übertragen. Die Fans werden uns alle unterstützen, ganz Delmenhorst steht hinter uns. Es ist wohl auch eine kleine Choreo für die West geplant. Das wird schon cool.

Spielt das bittere Aus im Niedersachsenpokal (im Elfmeterschießen) mit Blick auf das DFB-Pokal-Spiel eine Rolle?
Nein, gar nicht! Auch wenn wir das jetzt gewonnen hätten - das gilt auch für den Ligaauftakt – das Werderspiel fällt ja aus der Reihe. Wir haben durchaus die positiven Aspekte aus beiden Spielen mitgenommen. Genauso wie Dinge, die wir verbessern müssen. Es waren aber auch nur die ersten beiden Spiele, da ist noch Potenzial nach oben. Aber das Positive nehmen wir mit ins Spiel gegen Werder.

Nach dem Pokal ist die Liga wieder im Fokus: Welche Ziele haben Sie für die Oberliga-Saison?

Wir wollen uns im Gegensatz zum letzten Jahr (10. Platz, d. Red.) deutlich steigern, vor allem wieder eine Heimmacht werden. Wir haben zu viele Spiele zuhause abgegeben. Wir wollen mehr Partien gewinnen als im letzten Jahr, dann wird sich eine Steigerung einstellen.

 

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