Warum Geisterspiele kein Thema sind

Warum Geisterspiele kein Thema sind

Regionalliga 06.05.2020

von Daniel Niebuhr

Der SV Atlas Delmenhorst kann sich Geisterspiele in der Fußball-Oberliga nicht vorstellen. Den Verein haben bisher keine Forderungen von Fans oder Sponsoren wegen ausgefallener Spiele erreicht.

Dass sich Zuschauerzahlen nicht ohne Weiteres in Punkte umrechnen lassen, muss man dem SV Atlas Delmenhorst nicht groß erklären. Die Fußballer führen die Oberliga im dritten Jahr in Folge bei den Besucherzahlen an – rund 13.000 waren es in den elf Heimspielen der unterbrochenen Saison 2019/2020 insgesamt –, besser als Vierter waren die Delmenhorster in der Heimtabelle aber noch nie. Dennoch ist es schwer zu leugnen, dass das Stadion an der Düsternortstraße immer ein Trumpf für Atlas gewesen ist, für manchen Neuzugang war es das entscheidende Argument für einen Wechsel nach Delmenhorst. „Die Stimmung bei uns“, sagte Torwart Florian Urbainski vor kurzem, „ist mit nichts zu vergleichen.“

Hygienekonzept "nicht umsetzbar"

Vielleicht auch deshalb hat sich der Club nun zum wiederholten Mal gegen Spiele ohne Publikum ausgesprochen. Was bei den Profis in der Corona-Krise die TV-Einnahmen retten soll, ist bei den Amateuren unvorstellbar, findet Vorsitzender Manfred Engelbart. „Geisterspiele sind für uns gar keine Option“, sagt er in der aktuellen Stadionzeitung. Ein aufwändiges Hygienekonzept, wie es die Bundesliga plant, sei „im Amateursport weder umsetzbar noch verhältnismäßig“.

Natürlich spielt auch eine Rolle, dass Atlas Geisterspiele finanziell nicht helfen würden. Fernsehgelder, die man retten müsste, gibt es in der Oberliga nicht. „Wir leben von den Spieltagseinnahmen“, sagt Engelbart und trifft den gleichen Ton wie Leistungsfußball-Leiter Bastian Fuhrken eine Woche zuvor. „Geisterspiele kommen nicht infrage“, sagte Fuhrken, der im Namen seines Vereins bei der Umfrage des Niedersächsischen Fußball-Verbandes wie die meisten für einen Abbruch der Saison gestimmt hat. Da Spiele mit Zuschauern bis spätestens Ende August ausgeschlossen sind, lassen sich die Verluste durch ausgefallende Heimspiele – im Fall von Atlas wohl mindestens 36.000 Euro plus Cateringeinnahmen – so früher einkalkulieren.

Dank an Fans und Sponsoren

Wie Engelbart berichtet, gibt es bisher noch keine Dauerkarteninhaber und auch keine Sponsoren, die für verpasste Partien ihr Geld zurück haben wollen. „Bislang erreichte uns nicht eine Forderung aufgrund der ausgefallenen Spiele. Das hilft uns sehr“, sagt Engelbart. „So kann nichts kaputtgehen, denn wir haben weiterhin ehrgeizige Ziele.“ Die Delmenhorster liegen auf Relegationsrang zwei und hoffen auf den Aufstieg. „Am liebsten sportlich“, wie Fuhrken immer versichert hat – möglicherweise aber auch am Grünen Tisch. Der Norddeutsche und der Niedersächsische Fußball-Verband wollen in Kürze entscheiden, was mit der unterbrochenen Spielzeit passieren soll.

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