Klub-Chef Manni Engelbart bezieht Stellung

Klub-Chef Manni Engelbart bezieht Stellung

Regionalliga 11.11.2020

Ein schwieriger Start in die Regionalliga, mehrere positive Testungen, Quarantäne für das gesamte Team, dann der November-Lockdown und die ungewisse Situation, wie es mit der Saison weitergeht – es sind turbulente Wochen für den SV Atlas. Klub-Chef Manfred Engelbart bezieht im Interview mit Tino Polster Stellung zu den wichtigsten Fragen.

Die Gesundheit steht ganz vorne an. Wie geht es den Infizierten jetzt? Das ist im Moment die beste und auch wichtigste Nachricht, es geht allen wieder gut. Und darüber sind wir sehr glücklich. Wenn es denn möglich wäre, könnte jeder am Training teilnehmen. Aber uns sind ja bekanntlich die Hände gebunden.

Nach dem letzten Punktspiel am 11. Oktober beim FC Oberneuland musste das Team geschlossen in häusliche Quarantäne. Wie dramatisch hast Du die Situation empfunden? Zunächst mal hatten wir ja schon Erfahrung im Umgang mit einer solchen Situation, da unsere Zweite bereits betroffen war. Aber ich muss zugeben, ich war geschockt. Man fühlt ganz extrem mit jedem Einzelnen mit und hofft, dass es gut ausgeht. Und man denkt natürlich auch an den Verein. Die Konkurrenz hatte Gelegenheit in der Zeit Punkte zu holen. Wir müssen die ausgefallenen Spiele im 3-Tages-Rhythmus nachholen. Die zusätzlichen englischen Wochen bedeuten erstmal keinen Vorteil für uns. Das kostet Substanz, die aufgrund unserer langen Spielpause ja erst neu aufgebaut werden muss.

Mannschaftstraining – du hast es angesprochen – ist während des November-Lockdowns für uns nicht möglich. Die Nachwuchsvertretungen der Bundesligisten gelten als Profiteams und dürfen trainieren. Wie beurteilst Du das? Ganz klar als totale Wettbewerbsverzerrung. Nicht falsch verstehen, dass Werder sich die Genehmigung geholt hat, hätten wir an ihrer Stelle auch gemacht. Aber in der Folge darf uns als semiprofessionellem Verein kein Nachteil entstehen.

Was hat Atlas unternommen, um auch wieder trainieren zu dürfen? Wir waren auf zwei Ebenen unterwegs. Wir selbst haben zunächst über unseren Landtagsabgeordneten Deniz Kurku eine Eingabe in Hannover gestartet, nachdem die Stadt auf das niedersächsische Innenministerium verwiesen hatte. Und natürlich waren wir im Kontakt mit dem Verband. Der ist als Veranstalter der Regionalliga Nord jetzt sehr aktiv, um eine politische Lösung zu erreichen. Man muss ganz klar sagen: Wenn wir am 5. Dezember wieder spielen sollen, dann brauchen wir mindestens vierzehn Tage Vorbereitung.

Hast Du bei so vielen negativen Einflüssen überhaupt noch das Gefühl einer regulären Saison? Erst Quarantäne, jetzt Lockdown, da ist sicherlich einiges irritierend. Aber wir haben eben keine normale Zeit, also ist das auch keine normale Saison. Da müssen wir durch. Und wir sind sehr dankbar, dass wir durch unseren Sponsorenkreis und unsere Fans einen ganz fantastischen Rückhalt haben.

Es gibt Gedanken, dass die Rückrunde eventuell aus Termingründen entfallen könnte. Es ginge für den SV Atlas dann in einer Abstiegsrunde mehr oder minder sofort um den Klassenerhalt. Was hältst Du von dieser Variante? Ziemlich wenig. Wir wären mit einer solchen Lösung extrem bestraft. Unser Problem ist, dass wir bisher keine Punkte gegen ebenfalls bedrohte Teams geholt haben. Die werden ja bekanntlich mitgenommen in die Abstiegsgruppe. In der Rückrunde hätten wir die große Chance noch einiges gutzumachen. Aber zum Glück ist die Variante beim Staffelleiter noch kein konkretes Thema.

Bislang stehen erst zwei Punkte aus sieben Spielen auf dem Konto. Was macht dich zuversichtlich, dass die Mannschaft die Wende schafft? Ich habe tatsächlich allergrößtes Vertrauen in unser Team. Die Jungs haben einen wunderbaren Charakter, da ist kein Stinkstiefel dabei. Es ärgert sie doch selbst am meisten, dass bei den vielen Möglichkeiten nicht mehr rumgekommen ist bisher. Aber wir haben natürlich jetzt keine Zeit mehr.

Wie bewältigt das Trainerteam um Key Riebau diese anspruchsvolle Situation? Für unsere Trainer ist es gerade am schwierigsten, weil das Wichtigste fehlt, das ist doch die Arbeit auf dem Platz. Sie nutzen stattdessen alle digitalen Möglichkeiten, dazu führen Key, Malte Müller und Tobi Duffner viele intensive Einzel-Gespräche mit den Spielern. Es wird alles hinterfragt, beleuchtet, an jeder Stellschraube gedreht, um möglichst schnell in die Spur zu finden. Das überzeugt mich, alle genießen unser hundertprozentiges Vertrauen.

Du bleibst immer positiv, was hält dich trotz dieser suboptimalen Situation aufrecht? Ich habe in meiner beruflichen Karriere so viele Hindernisse überwunden und bin aus Krisen immer gestärkt herausgekommen. Und als Sportler war Aufgeben für mich erst recht keine Option. Als ich an der ersten Deutschen Meisterschaft im Triathlon teilgenommen habe, erwischten mich 5 km vor dem Ziel Wadenkrämpfe in beiden Beinen. Ich bin durchgekommen, und das nicht im Besenwagen. Sowas prägt.

 

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