Möhlenbrocks erste Eindrücke als Co-Trainer

Möhlenbrocks erste Eindrücke als Co-Trainer

Regionalliga 25.03.2021

Ein Bericht vom

von Jan von Holt / Foto: André Klattenhoff

Lars Möhlenbrock blickt auf seine ersten vier Wochen als Co-Trainer des Fußball-Regionalligisten SV Atlas Delmenhorst zurück – und die waren nicht gerade einfach.

Im Transportwesen kennt Lars Möhlenbrock sich aus. Im familieneigenen Speditionsunternehmen geht es vereinfacht gesagt darum, Materialien von A nach B zu bewegen. Genauso wie bei seiner bisherigen Trainerstation beim Fußball-Bezirksligisten FC Hude. "Da musste ich die Trainingsmaterialien meist selber von einem Platz zum anderen transportieren", erklärt Möhlenbrock. In seinem neuen sportlichen Amt als Co-Trainer des Regionalligisten SV Atlas Delmenhorst sind diese Kompetenzen jedoch nicht mehr so sehr gefragt: "Das ist hier kein Thema mehr, da hat man ein Team im Hintergrund und kann sich aufs Sportliche konzentrieren", sagt der neue "Co"  etwas erleichtert. Seit vier Wochen ist er nun im Amt, Ende Februar gab Atlas die Verpflichtung des 33-Jährigen bekannt. Zeit, mal nachzufragen, wie sich der gebürtige Oldenburger so eingefunden hat bei den Blau-Gelben.

Technisches Niveau sticht direkt ins Auge

Zweifellos, aber das ist auch nichts Neues mehr, sind die Zeiten gerade gewöhnungsbedürftig: keine Wettkämpfe, kaum Planungssicherheit. Immerhin darf der SVA seit Mitte Februar wieder trainieren, aktuell geht es viermal pro Woche auf den Platz. "Das ist schon eine Erleichterung", sagt Möhlenbrock, "aber durch den fehlenden Wettkampf merkt man schon, dass es anders ist, als gewohnt. Man lernt das Team im Wettkampf natürlich besser kennen, daher ist die Kennenlernphase nicht so intensiv wie normalerweise." Sein Eindruck aus den Vertragsgesprächen habe sich dennoch bestätigt, freut sich Lars Möhlenbrock: "Es ist sehr familiär, die Wege sind sehr kurz." Und auf dem Trainingsplatz sammelt er natürlich trotz fehlender Wettkämpfe erste Eindrücke. Wie hat er das Team in seinen ersten vier Wochen also wahrgenommen? Seine Antwort: "Das technische Niveau erscheint mir sehr hoch, das ist mir direkt aufgefallen." Möhlenbrock gibt zu, dass eine Beurteilung ausschließlich aufgrund von Trainingsleistungen gar nicht so einfach und aufschlussreich sei, "aber es ist auf jeden Fall ein schneller Fußball und kein Gebolze oder Geholze".

Den SV Atlas plagen mehrere Ungewissheiten

Die Ungewissheit hat aufgrund der Corona-Pandemie natürlich auch beim SV Atlas Einzug gehalten. Dass die laufende Saison 2020/21 überhaupt noch einmal wieder aufgenommen wird, erscheint von Tag zu Tag und von Bund-Länder-Konferenz zu Bund-Länder-Konferenz unwahrscheinlicher. Das Team von Coach Key Riebau hat in der Gruppe Süd der Regionalliga Nord erst sieben Ligaspiele absolviert und daraus magere zwei Punkte geholt. Das letzte Spiel fand am 11. Oktober letzten Jahres statt, ein 0:1 beim FC Oberneuland. Co-Trainer Lars Möhlenbrock glaubt immer weniger an eine Saisonfortsetzung: "Wir möchten schon weiterspielen, aber hängen alle in der Luft. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass nicht weitergespielt wird." Sollte die Saison noch einmal neu gestartet werden, müsste sich der SVA dringend seiner Abstiegssorgen entledigen. Die Ungewissheit über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist die eine Sache, die über die künftige Ligazugehörigkeit eine andere. Hinsichtlich des Spielbetriebs resümiert Möhlenbrock:

„Man hat kein konkretes Ziel vor Augen, keinen Tag X, auf den man sich vorbereitet. Du kannst nicht künstlich einen Spannungsbogen aufbauen, den du dann in einer Woche wieder runter- und in der übernächsten wieder hochfährst.“

Bei einem Restart liege eine besondere Brisanz auf den ersten drei bis vier Spielen. Um sich aus der sportlich prekären Situation zu befreien, "ist es extrem entscheidend, wie du die gestaltest", sagt Lars Möhlenbrock: "Da muss man die Basis schaffen, um den Klassenerhalt noch zu sichern. Sonst läuft dir die Zeit weg und es wird mit jedem Spiel umso schwerer, auch vom Kopf her. Das sieht man ja bei Schalke 04 im Moment." Die Punktausbeute sei in so einer Phase entscheidend und wichtiger als fußballerische Elemente, betont der Delmenhorster Co-Trainer - Stichwort: dreckiges 1:0.

Ein möglicher Abstieg ist einkalkuliert

Mit Blick auf die Ligazugehörigkeit wirkt der in Hude wohnhafte Möhlenbrock etwas entspannter, zumal die kurz vor seiner Verpflichtung verlängerten Verträge mit Trainer Key Riebau und dem zweiten Co-Trainer Malte Müller bis 2023 in Möhlenbrocks Augen "ein Signal der langfristigen Planung und eines nachhaltigen Konzepts" seitens des Vereins seien. Angst oder Bedenken vor einem möglichen Gang in die Oberliga habe er daher nicht, so Lars Möhlenbrock. "Ich wusste ja, was auf mich zukommt und habe mich vorher schon damit auseinandergesetzt. Bei einem möglichen Abstieg wird hier nicht alles zusammenbrechen", ist er sich sicher.

Aufgabengebiet für Lars Möhlenbrock klar abgesteckt

Seit seinem Amtsantritt zeichnet sich Möhlenbrock überwiegend für das Torwarttraining des Regionalligisten verantwortlich, seine Erfahrungen aus der eigenen aktiven Zeit als Regionalliga-Schlussmann beim Goslarer SC kommen ihm da zugute. In der Gruppe mit den drei SVA-Torhütern habe er schon einen guten Eindruck gewinnen können, vor allem, weil man sich so intensiver mit den Jungs auseinander setzen könne. In der kleinen Trainingsgruppe und generell habe der Club "erst mal an körperlicher Fitness gearbeitet, um das Verletzungsrisiko zu minimieren", so Lars Möhlenbrock. Die Trainingstage haben sich im Vergleich zu seiner Zeit als Trainer beim FC Hude nun verdoppelt, die Huder kamen zweimal die Woche zu den Übungseinheiten zusammen. "Das lebt sich alles ein, zwei Einheiten mehr sind jetzt noch nicht die Welt. Interessant wird es bei den Auswärtsfahrten, das ist dann schon ein anderer Schnack", sagt Möhlenbrock abschließend mit Blick auf die Landkarte der Regionalliga. Als Mitarbeiter eines Speditionsunternehmens sollte aber auch das kein großes Problem sein - Fahrtenplanung und Zeitmanagement gehören dort ja zum Tagesgeschäft. Und um Transportmittel und -utensilien kümmern sich jetzt bekanntlich sowieso andere.

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