SV Atlas offenbart in Lohne viele Schwächen

SV Atlas offenbart in Lohne viele Schwächen

Regionalliga 18.07.2021

 

Ein Bericht vom

von Nico Nadig

Der Fußball-Regionalligist SV Atlas Delmenhorst hat am Sonntag ein Testspiel deutlich verloren. Er unterlag der klassentieferen Oberliga-Mannschaft von BW Lohne mit 2:6.

Die rund 300 Zuschauer im Heinz-Dettmer-Stadion dürften kaum ihren Augen getraut haben: In der ersten Halbzeit eines Testspiels wurde der Fußball-Regionalligist SV Atlas Delmenhorst vom klassentieferen TuS BW Lohne regelrecht vorgeführt. Von der Anzeigetafel leuchtete bereits nach 35 Minuten eine 6:0-Führung für die Hausherren. Dass sich die Blau-Gelben in der zweiten Halbzeit kein Tor mehr fingen, und stattdessen selbst zwei Treffer erzielten, spielte am Ende keine Rolle mehr. Zu desolat, zu einprägend war die erste Halbzeit bei der 2:6 (0:6)-Pleite. „Ohne Wenn und Aber ist das ein herber Rückschlag für uns. In vielerlei Hinsicht, wenn man die Anzahl an individuellen wie auch gruppentaktischen Fehlern sieht“, sagte SVA-Coach Key Riebau im Anschluss.

Fußballerisch läuft nicht viel zusammen

Klar, es handelte sich nur um ein Vorbereitungsspiel, bei dem Atlas einige Spieler fehlten. Und klar, es vergehen noch einige Wochen bis zum ersten Pflichtspiel, sodass der SVA noch genügend Zeit zum Trainieren hat. Als einfache Testspielpleite abhaken, lässt sich die Partie jedoch keineswegs. Denn gerade die Leistung in der ersten Halbzeit war alarmierend. Aus mehreren Gründen: Fußballerisch lief nicht viel zusammen, was in der frühen Phase der Vorbereitung aber sicherlich nicht unüblich ist.

Dagegen bereitet der teils blutleere Auftritt in der ersten Hälfte schon deutlich mehr Sorgen. „Die Werte, für die Atlas steht, wurden mit Füßen getreten. Atlas steht für Leidenschaft, Herzblut und Wille. Ich habe kein Verständnis dafür, dass wir das nicht auf den Platz gebracht haben“, meinte Riebau und schob hinterher: „Das war katastrophal.“

Früher Rückstand

Tatsächlich hatte man in der ersten Hälfte nur selten das Gefühl, dass die Blau-Gelben wirklich körperlich und geistig anwesend sind. Sie kamen kaum in die Zweikämpfe – und wenn doch, verloren sie diese. Die Gastgeber hatten jedenfalls kaum Probleme damit, in den Strafraum der Blau-Gelben zu gelangen. Allein in den ersten zwei Minuten tauchten die Lohner zweimal vor dem Gehäuse von SVA-Torhüter Niklas Göretzlehner auf. Beim dritten Mal zappelte der Ball dann auch im Netz: Lennard Prüne brachte den Oberligisten in Führung (5.).

Einen Weckruf stellte der frühe Gegentreffer für die Riebau-Elf allerdings nicht dar. Ganz im Gegenteil. Atlas ließ Lohne weiter gewähren, verlor Bälle und Zweikämpfe. Symptomatisch für den Auftritt in der ersten Hälfte war das 2:0 durch Christopher Schepp: Er lief unbedrängt durch das Mittelfeld und hämmerte den Ball aus 20 Metern ins Netz (10.). Attackiert wurde er von Atlas-Spielern dabei nicht. Nach einem ähnlichen Muster fiel auch das 3:0 für die Hausherren. Die Atlas-Hintermannschaft brachte erneut keinen Druck auf den Ball und wurde letztendlich mit einem Pass in die Schnittstelle ausgehebelt – Prüne netzte zum zweiten Mal ein (18.).

Foto: Nico Nadig

Bei den Delmenhorstern lief einfach gar nichts zusammen. Denn zusätzlich zu der fehlenden Bissigkeit und Schnelligkeit kam noch, dass bei ihnen auch das Stellungsspiel nicht optimal war. Gerade bei eigenem Ballbesitz klafften große Lücken zur letzten Linie. Die Folge: Bei Ballverlusten hatte Lohne viel Platz, und Atlas lief nur hinterher. Wie etwa beim 4:0 durch Prüne in Minute 25. „25 Minuten und wir spielen so. Das kann doch nicht sein“, schrie Kapitän Nick Köster nach dem erneuten Gegentreffer wütend über den gesamten Platz. Es kam aber sogar noch übler für die Blau-Gelben. Kai Westerhoff erzielte das 5:0 (27.), in Minute 30 stocherte Prüne den Ball aus dem Gewühl zum 6:0 über die Linie.

Wohlfühloase vorbei

Als der Schiedsrichter die aus Sicht der Delmenhorster desaströse erste Hälfte abpfiff, fragten sich nicht wenige der mitgereisten Atlas-Anhänger, was sie so eben gesehen hatten. Sie suchten nach Erklärungsansätzen – fanden aber keine. Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass man ein Testspiel sicher mal verlieren kann, aber die Art und Weise besorgniserregend sei. Und an dieser Einschätzung änderten eine bessere zweite Hälfte gegen müde werdende Lohner und die Treffer von Cerruti Siya (55.) und Mattia Trianni (74.) ebenfalls nichts.

Genauso sah es auch Riebau, für den die erste Hälfte ausschlaggebend für die Bewertung war. Wie er sich die Leistung erklärte? Nun, dass Lohne klassentiefer spiele und man daher vielleicht dachte, man könne einen Schritt weniger machen, sei ihm als Grund zu wenig. „Vielleicht war es zuletzt zu sehr eine Wohlfühloase, bei der einige Spieler dachten, dass man vielleicht schon weiter ist“, sagte Riebau und meinte weiter: „Da braucht es vielleicht jetzt auch so einen Schlag in den Nacken.“

Konsequenzen wird die Partie auf jeden Fall haben. Das Training werde jetzt angepasst, kündigte Riebau an. „Fußballerisch ist unser Können aufgeblitzt, aber das ist Makulatur, wenn die Tugenden und eine grundsolide Defensive als Fundament fehlen.“ Von seiner Mannschaft erwartet er nun, dass diese Grundtugenden bei den nächstens Tests auf den Platz gebracht werden. Riebau: „Ab dann können wir uns mit anderen Dingen beschäftigten.“

Bildergalerie: André Klattenhoff

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