SVA verliert beim FC Oberneuland

SVA verliert beim FC Oberneuland

Regionalliga 11.10.2020

Ein Bericht vom

von Daniel Niebuhr

Die Niederlage beim FC Oberneuland hat den SV Atlas Delmenhorst Delmenhorst empfindlich getroffen. Im Derby der Fußball-Regionalliga fehlten nur Zentimeter zum ersehnten Erfolgserlebnis – mal wieder.

Ganz leer war das schmucke Stadion am Vinnenweg ja nun auch wieder nicht. Die Corona-Infektionszahlen erlaubten zwar keine regulären Zuschauer, aber immerhin ein paar Funktionäre hatten sich auf der Haupttribüne der Marko-Mock-Arena verteilt, als der FC Oberneuland am Sonntagnachmittag gegen den SV Atlas spielte – für den Geschmack von Kristian Arambasic war das aber viel zu wenig Publikum. Er habe sich schon besonders auf den Delmenhorster Anhang gefreut, der die Gegengerade „komplett blau-gelb gemacht“ hätte, erklärte Oberneulands Coach nach dem Spiel, um augenzwinkernd festzustellen: „Dann wäre ich jetzt zu denen rübergelaufen.“

Der Bremer Stadtteilclub brauchte jedoch keine gegnerischen Fans, um seinen dritten Sieg seit dem Aufstieg in die Fußball-Regionalliga lautstark zu feiern, während bei Atlas nach dem siebten Spiel ohne Sieg endgültig die Sinnkrise ausbrach. 0:1 (0:0) verloren die Delmenhorster und fragten sich hinterher mal wieder, woran es gelegen hatte. Herausragend war ihr Auftritt wahrlich nicht gewesen, schlechter als Oberneuland hatten sie aber andererseits auch nicht gespielt. Nicht zum ersten Mal fehlten nur Zentimeter zu wenigstens einem Punkt, so blieb Atlas mit zwei Zählern Letzter. Trainer Key Riebau wusste am Ende des Nachmittags auch keinen Rat mehr. „Du brauchst Selbstvertrauen – aber das ist bei uns gerade ganz weit unten“, erklärte der Atlas-Coach. „Man hat zum ersten Mal gesehen, dass die Jungs tief verunsichert sind.“ Was dagegen hilft? „Wir müssen einfach mal wieder gewinnen.“ Arambasic fühlte mit seinem Kollegen: „Atlas hat gerade das Pech am Schuh.“

Viele Aufreger in der zweiten Hälfte

Nur Pech war es natürlich nicht. Atlas fehlte auch zu lange die Idee, wie Oberneulands massive Deckung um den ehemaligen Zweitliga-Profi Clemens Schoppenhauer zu überwinden wäre. Ein Kopfball auf die Latte von Kostadin Velkov nach einer Ecke von Julian Harings in der 45. Minute war alles an Offensivertrag in der ersten Stunde. Oberneuland wartete geduldig auf den einen Fehler, der in der 53. Minute kam. Nach einem langen Ball verlor Atlas das Kopfballduell am Strafraum, Tim Kreutzträger steckte durch für den flinken Ebrima Jobe, der den Ball am Standbein von Atlas-Torwart Florian Urbainski vorbei ins Tor schob.

Doch der SV Atlas ergab sich danach nicht in sein Schicksal, sondern bäumte sich auf, was nicht immer schön aussah, aber endlich Torgefahr brachte. In der 61. Minute hätte Oliver Rauh vielleicht den Ausgleich erzielt, nachdem Oberneulands Torwart Jonas Horsch heftig mit seinem Teamkollegen Lars Tyca zusammengeprallt war. Rauh wurde jedoch zurückgepfiffen und von Schiedsrichter Adrian Höhns mit der Gelben Karte bedacht – obwohl er keinen der beiden Gegenspieler berührt hatte.

Foto: Daniel Niebuhr


Die Gemüter kochten fünf Minuten später noch höher, nachdem Atlas-Verteidiger Jan-Niklas Wiese vor der Oberneulander Bank Jobe mit vollem Schwung umgrätschte – am Ende der Rudelbildung, an der auch Betreuer und die Auswechselspieler beider Mannschaften beteiligt waren, war der Regionalliga-Debütant mit der Gelben Karte mehr als gut bedient. Riebau wechselte ihn sofort gegen Florian Stütz aus.

Die Viertelstunde danach war die beste Phase für Atlas und hätte eigentlich zumindest den Ausgleich bringen müssen. Dimitrios Ferfelis bediente in der 68. Minute den eingewechselten Samuel Adeniran, der allein vor dem Tor verzog. Zwei Minuten danach hatte Marco Stefandl den Ausgleich auf dem Fuß, traf den Ball aber nicht richtig, sodass Horsch parieren konnte. Wieder nur drei Minuten danach trat Tyca Ferfelis im Strafraum von hinten in die Hacken, was Höhns und sein Gespann übersahen – die Delmenhorster warten damit immer noch auf den ersten Elfmeter in der Regionalliga. In der 80. Minute dann trudelte ein Kopfball von Tom Schmidt an den Pfosten und prallte irgendwie zwischen den dort lauernden Delmenhorstern Adeniran, Ferfelis und Velkov hindurch, ehe Oberneuland klärte.

Foto: Daniel Niebuhr


Atlas „verballert einfach zu viel“, stellte Arambasic fest. Riebau haderte aber nicht einmal mit einzelnen Szenen: „Es bringt nichts, sich damit zu befassen, was vielleicht gewesen wäre.“

Fakt ist dagegen, dass ihm Julian Harings am kommenden Samstag gegen den VfB Oldenburg fehlt, weil er sich in der 89. Minute eine hochgradig überflüssige Gelb-Rote Karte nach einem Foul an Erik Köhler abholte. Nicht nur deshalb wird die Lage für Atlas immer bedrohlicher. Wer letztlich zu den sechs Mannschaften aus der Südstaffel gehören wird, die in die Abstiegsrunde müssen, lässt sich nach einem knappen Drittel der Vorrunde noch nicht sagen, momentan wären die beiden gegen Werder Bremen II und den BSV Rehden gesammelten Delmenhorster Punkte aber wieder weg – weil Werder und Rehden auf Plätzen stehen, die zur Aufstiegsrunde berechtigen. 

FC Oberneuland

1 : 0

SV Atlas

Sonntag, 11. Oktober 2020 · 15:00 Uhr

Regionalliga Nord Gr. Süd · 08. Spieltag

Schiedsrichter: Adrian Höhns Assistenten: Janik Möller, Daniel Gawron Zuschauer: 0

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