Torloses Unentschieden gegen VfL Oldenburg

Schiedsrichter: Jost SteenkenLinienrichter: Tobias Waldmann, Tobias Zunker
Zuschauer: 1.200
1. Spieltag Oberliga Niedersachsen
Spielbericht vom 3. August 2019
von Lars Pingel (Delmenhorster Kreisblatt)
Torloses Remis zum Auftakt der Oberliga-Saison 2019/20: Die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben sich am Samstagabend vor etwa 1200 Zuschauern im Stadion an der Düsternortstraße mit einem 0:0 vom Regionalliga-Absteiger VfL Oldenburg getrennt. "Wenn wir aus den wenigen klaren Chancen ein Tor machen, gehen wir als Sieger vom Platz", meinte Atlas-Trainer Key Riebau. Trotzdem: "Ich kann mit dem Punkt sehr gut leben." Sehr ähnlich war die Stimmungslage bei VfL-Coach Dario Fossi. "Wenn wir seit mehr als einem Jahr mal wieder auswärts einen Punkt holen, bin ich zufrieden", sagte er. Seine Mannschaft hatte am 30. Mai 2018 das letzte Mal auf fremden Platz nicht verloren, damals war sie sogar siegreich. Mit einem 4:0 beim Brinkumer SV sicherte sich der Oberliga-Vizemeister 2017/18 Platz eins in der Aufstiegsrunde und damit den Sprung in die vierthöchste Klasse.
Karlis Plendiskis neu in Atlas-Startelf
Foto: Rolf Tobis
Delmenhorster Schüsse werden immer wieder abgeblockt
Die Delmenhorster erwischten den besseren Start. Für Marek Janssen, der sich im Landespokal-Achtelfinale gegen den SC Spelle-Venhaus (10:11 nach Elfmeterschießen) verletzt hatte, stand Karlis Plendiskis in der Startelf. Er übernahm seinen gewohnten Posten in der Innenverteidigung. Florian Stütz, der dort eine Woche zuvor agiert hatte, rückte als zweiter Sechser neben Kapitän Nick Köster ins Mittelfeld. Tom Schmidt nahm Janssens Platz im Sturmzentrum ein. Das Atlas-Team spielte sich mit guten Kombinationen einige Möglichkeiten heraus, wurde im Abschluss aber immer wieder abgeblockt. Die beste Chance hatte Marvin Osei, als er nach einer Ecke von Musa Karli mit dem Kopf nicht voll hinter den Ball kam, so dass dieser sein Ziel verfehlte (33. Minute).
Foto: Rolf Tobis
Nach einer Viertelstunde fand auch der VfL richtig in die Partie. Er stellte Atlas die Räume im Mittelfeld besser zu, kam zu im Ansatz gefährlichen Kontern. Conrad Azong war der erste Oldenburger, der aufs Tor schoss (31.). Der Ball flog über die Querlatte. Das war auch das Resultat eines 23-Meter-Freistoßes von Ex-Atlas-Spieler Daniel Isailovic (41.). Damit gingen beide Torhüter in die Kabine, ohne dass sie einen Schuss abgewehrt hatten.
Foto: Rolf Tobis
VfL Oldenburg hat Kontermöglichkeiten
In der Pause musste Atlas zum zweiten Mal auswechseln. Bereits in der 23. Minute hatte sich der linke Außenverteidiger Julian Harings verletzt, für ihn war Dennis Mooy auf den Platz gekommen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ersetzte Kevin Radke vorsichtshalber den schon gelb-verwarnten Marco Prießner. Radke spielte fortan rechts in der Viererkette, Oliver Rauh im Mittelfeld. Wie schon zu Beginn der Partie setzte Atlas auch im zweiten Abschnitt den ersten offensiven Akzent, doch wieder brachten Oldenburger ihre Beine in Schüsse von Osei und Köster (48.). Das Tempo der Partie blieb hoch, die Intensität der Zweikämpfe auch. Das Atlas-Team leistete gute Abwehrarbeit. "Ich muss der ganzen Defensive ein Lob aussprechen", sagte Riebau: "Wir haben sehr wenig zugelassen." Dass seine Mannschaft dieses Wenige nicht besser nutzte, störte Fossi ein wenig. "Wenn wir das cleverer ausspielen, können wir auch gewinnen", erklärte der VfL-Trainer mit Blick auf einige Gegenstöße gerade in der Schlussphase, in der die Delmenhorster weit nach vorn aufrückten. Fossi hatte aber auch erkannt, dass die Gastgeber das eine oder andere Mal vor dem Tor seines Teams etwas geschickter hätten sein können. "Wenn Atlas zwei-, dreimal cleverer spielt, verlieren wir", sagte der VfL-Coach und folgerte:
"Ich finde, dass das Unentschieden gerecht ist."
SV Atlas erspielt sich drei gute Torchancen
Die letzte Entschlossenheit im Strafraum habe gefehlt, erklärte Riebau. " Die Besetzung der Positionen im Strafraum passte nicht immer", fügte er hinzu. Auch das sei ein Grund dafür, dass einige Flanken keine Abnehmer gefunden hatten. Dennoch erspielte sich Atlas die klareren Chance. Mooy traf in der 70. Minute nach einem Doppelpass mit Osei aus 16 Metern das Außennetz. Etwas mehr als 60 Sekunden später spielte Schmidt einen schönen Pass auf Rauh, der aus halbrechter Position im Strafraum am stark reagierenden VfL-Torwart Jannik Zohrabian scheiterte. Allerdings hatte Rauh den in der Mitte frei stehenden Karli übersehen. Später verfehlte ein 17-Meter-Schuss von Schmidt den Winkel des VfL-Kastens nur knapp (80.). "Wenn wir das Tor machen, wären wir sehr zufrieden gewesen", sagte Riebau. So war er eben "nur" zufrieden:
"Ich glaube, wenn wir uns die 90 Minuten anschauen, war das eine kleine Steigerung im Vergleich zum Spiel gegen Spelle. Wir sind auf einem sehr guten Weg."
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