"Wir wollen noch nicht ans Pokalspiel denken"

"Wir wollen noch nicht ans Pokalspiel denken"

Oberliga 15.04.2019

Trainer Olaf Blancke setzt Fokus zuerst auf das Nachholspiel gegen VfL Oythe

Spielbericht: Lars Pingel

Titelbild: André Klattenhoff

 

Nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig II, will der Fußball-Oberligist das Halbfinale im NFV-Pokal am Ostermontag noch ausblenden. Schließlich muss er am Donnerstag zuvor noch eine wichtige Aufgabe lösen.

Klar, nach einem Fußballspiel wird auch gerne darüber gesprochen, welche Aufgabe als nächstes gelöst werden muss. Olaf Blancke, Trainer des Oberligisten SV Atlas Delmenhorst, versuchte am Samstag nach dem 1:1 (0:0) gegen Eintracht Braunschweig II im Stadion an der Düsternortstraße zu verhindern, dass der Blick zu weit nach vorne ging. „Der Donnerstag ist richtig wichtig“, sagte der 49-Jährige, der genau wusste, dass eher der Ostermontag im Mittelpunkt der Unterhaltungen stand. „Wir dürfen unser Augenmerk noch nicht auf Wunstorf richten“, forderte Blancke. Der 1. FC aus der Stadt aus der Region Hannover wird an dem Feiertag ab 15 Uhr in Delmenhorst antreten, dann geht es um den Einzug ins Finale des NFV-Pokals der Amateure. Und am Donnerstag? Dann kämpft der SV Atlas, ebenfalls im Stadion, um Oberliga-Punkte. Ab 18.30 Uhr geht es in einem Nachholspiel gegen den Tabellenvorletzten VfL Oythe. „Das ist das Entscheidende“, erklärte Blancke, weil seine Mannschaft, wenn sie gewinnt, den Vorsprung auf die Abstiegsregion auf ein beruhigenderes Maß erhöhen würde.

Delmenhorster Mittelfeldspieler Patrick Degen freut sich über gute Leistung

Auf dem Weg dorthin nahmen die Delmenhorster das 1:1 gegen den Tabellendritten aus Braunschweig gerne mit. „Der Punkt tut gut“, meinte Patrick Degen, Mittelfeldspieler des Tabellenachten, der am Vorwochenende beim MTV Gifhorn endlich den ersten Erfolg des Jahres 2019 gefeiert hatte. Vom Spielverlauf her sei es natürlich schade, dass kein Sieg herausgesprungen war. „Ich denke aber, dass wir eine ganz gute Leistung geboten haben“, sagte Degen: „Am Ende war es ja auch ein gerechtes Remis.“

Atlas-Treffer wird Tom Schmidt zugesprochen

Degens leises Bedauern war darin begründet, dass er und seine Mannschaftskameraden in der 81. Minute in Führung gegangen waren. Der 13 Minuten zuvor eingewechselte Stürmer Marco Prießner, der das Atlas-Offensivspiel neu belebte, hatte sich einen schon verlorenen Ball zurückerkämpft. Auf dem Weg in den Eintracht-Strafraum wurde er kurz vor der 16-Meter-Linie gefoult. Tom Schmidt schlug den Ball vors Tor, dort bekam Thade Hein seine Fußspitze ans Leder, das in der langen Ecke ins Netz fiel. Auf der Internetseite des DFB wurde der Treffer später Schmidt zugesprochen.

„Wenn du in der 81. Minute in Führung gehst, musst du eigentlich gewinnen“, fand Blancke. Dass das nicht gelang, lag daran, dass „wir einmal richtig gepennt haben“. Das 1:1, das der Braunschweiger Mergim Fejzullahu nach einem klasse Doppelpass mit Thilo Töpken erzielte (84.), sei in der Entstehung zu verhindern gewesen, erklärte Blancke: „Wir müssen früher draufgehen.“

Braunschweigs Trainer Deniz Dogan lobt SV Atlas

Eintracht-Trainer Deniz Dogan, dessen Team nach der Saison 2018/2019 zurückgezogen wird und daher auf dem letzten Platz der Abschlusstabelle stehen wird, fand, dass der Gegentreffer seine Spieler wachgerüttelt habe: „Danach haben wir das gespielt, was ich sehen wollte.“ Zuvor habe sein Team zwar viel Ballbesitz gehabt, sei aber „zu selten in die gefährlichen Räume“ gekommen. „Die Mannschaft wollte zu schnell zum Tor“, erklärte Dogan. Dass die Braunschweiger nach einer wegen vieler Staus schwierigen Anreise erst kurz vor dem Anpfiff im Stadion angekommen war, könnte eine Rolle gespielt haben, überlegte er, dürfe aber keine Entschuldigung sein: „Die Jungs müssen trotzdem auf den Punkt da sein.“

 

Die Schwierigkeiten seiner Mannschaft, sich klare Chancen zu erspielen, seien das Ergebnis der Leistung der Delmenhorster, lobte der Eintracht-Coach. „Der Gegner hat das gut gemacht“, sagte Dogan: „Wir haben uns echt schwergetan, weil er die Räume sehr eng gemacht hat.“ Daher sei das 1:1 „ein gerechtes Unentschieden“.

Atlas-Trainer Olaf Blancke sieht Verbesserungspotenzial im Spielaufbau

Blancke schloss sich der Meinung von Degen und Dogan an, auch er nannte das Ergebnis „gerecht“ und stellte fest, dass „wir gegen einen starken Gegner einen Punkt geholt haben“. Mit großer Einsatzfreude und taktischer Disziplin erfüllten die Atlas-Spieler (fast) während der gesamten Spielzeit die Vorgabe, den schnellen, technisch starken Braunschweigern keinen Platz für ihre Kombinationen zu lassen. „Defensiv haben wir uns besser verkauft als in den vergangenen Heimspielen“, sagte Blancke. Das auf schnelle Vorstöße über die Flügel ausgerichtete Offensivspiel der Delmenhorster blieb allerdings oft in guten Ansätzen stecken, weil Pässe in die Spitze oder Flanken zu ungenau waren. „Woran wir arbeiten müssen, ist das Spiel nach vorn“, erklärte Blancke und hatte dabei auch die Spieleröffnung im Fokus:

„Wenn der erste Pass nicht ankommt, müssen wir hinterherlaufen. Damit nehmen wir uns Kraft.“

Die Delmenhorster hatten nach dem 1:1 trotzdem die Möglichkeit, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Prießner versetzte nach einem weiten Abschlag von Torwart Florian Urbainski zwei Braunschweiger, scheiterte aber am glänzend reagierenden Eintracht-Keeper Yannick Bangsow (84.).

Delmenhorster können am Donnerstag Selbstvertrauen tanken

Degen hatte später durchaus Verständnis dafür, dass schon viel über den Montag geredet wurde. „Das ist ein Highlightspiel“, bestätigte er. Trotzdem gelte es für ihn und seine Mitspieler, dies noch ein paar Tage lang weitgehend auszublenden, um am Donnerstag wichtige Punkte zu holen. Das wäre gut für die Tabellensituation, das Selbstvertrauen – und beste Werbung für das Pokal-Halbfinale.

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