Das hat Key Riebau beim SV Atlas Delmenhorst vor

Das hat Key Riebau beim SV Atlas Delmenhorst vor

1. Herren 30.05.2019

von Daniel Niebuhr (Delmenhorster Kreisblatt)

Titelbild: SV Atlas

 

Trainer-Talent Key Riebau zeigt sich schon bei seiner Vorstellung beim SV Atlas Delmenhorst angriffslustig.

Man kann davon ausgehen, dass beim SV Atlas Delmenhorst die meisten Mobiltelefone am Samstagvormittag stumm geschaltet waren. Es war die heiße Phase vor dem richtungsweisenden Niedersachsenpokalfinale gegen den TuS Bersenbrück in Hannover, da verbot sich eigentlich jede Ablenkung – einen Anruf hat man im Teamhotel dann aber doch freudig entgegengenommen. Weil Key Riebau dran war. Wenige Stunden vor dem Anpfiff des bisher wichtigsten Fußballspiels der Vereinsgeschichte sagte der Trainer für die kommende Oberliga-Saison zu und schenkte dem Vorstand seinen ersten Glücksmoment an diesem Tag – ein weiterer folgte bekanntlich mit dem 3:2-Sieg und dem Einzug in den DFB-Pokal.

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Noch kein Saisonziel

Riebau, der das Finale dann im Fernsehen verfolgt und nach eigener Aussage „einige Schweißperlen gelassen“ hatte, unterschrieb am Mittwochabend seinen Vertrag und wurde eine gute Viertelstunde später bereits zur offiziellen Vorstellung vor die Presse geschickt. Es war womöglich jugendliche Lockerheit, doch der 29-Jährige machte einen geradezu lässigen Eindruck und strahlte keine Angst vor der Aufgabe aus. „Wir wollen gemeinsam die nächste Stufe erreichen“, sagte er. Ein Saisonziel ließ er sich klugerweise noch nicht entlocken, wohl aber die Ansage: „Ich bin nicht nach Delmenhorst gekommen, um mit dem Team zu stagnieren.“

Erfolg in der Regionalliga

Atlas darf sich auf die Schulter klopfen, denn Riebau gilt als taktisch hervorragend geschult und war durchaus auf der Wunschliste einiger anderer Vereine. „Wir sind stolz, dass er sich für uns entschieden hat. Gerade weil sich das Trainerkarussell um Oldenburg herum aktuell ziemlich schnell dreht“, sagte der Atlas-Vorsitzende Manfred Engelbart. Er erhofft sich von Riebau auch „jugendliche Frische“. Der A-Lizenz-Inhaber hat schon höherklassige Erfahrungen gemacht und arbeitete als Co-Trainer mit dem JFV Nordwest in der A-Jugend-Bundesliga, ehe er knapp anderthalb Jahre lang den Regionalligisten SSV Jeddeloh trainierte. In der ersten Saison führte Riebau den Dorfclub überraschend auf Rang sieben und erstmals in den DFB-Pokal, im November wurde er – auf Rang 14 stehend – entlassen.

Zusage im zweiten Versuch

Kurz danach hatte Atlas nach der unerwarteten Trennung von Jürgen Hahn schon einmal bei Riebau angefragt. Doch er habe nach „intensiven Jahren“ in Jeddeloh erst einmal durchschnaufen müssen. Seitdem ist er Vater geworden und hat sein Studium abgeschlossen. Nun also seine Zusage im zweiten Versuch – dieses Mal als Nachfolger von Interimstrainer Daniel von Seggern, der wiederum Olaf Blancke beerbte.

Dass er keinen ganz normalen Oberligisten trainieren wird, ist ihm offenbar klar. Das Interesse am SV Atlas ist größer als an vielen Regionalligisten, trotz des rückläufigen Zuschauerschnitts zogen die Delmenhorster immer noch mit Abstand die meisten Fans an. „Ein Ziel wird es sein, möglichst viele Delmenhorster ins Stadion zu holen“, sagte Riebau. „Es ist eine andere Art von Verein, die ich so noch nicht kenne.“ Wobei er etliche Spieler aus der aktuellen Mannschaft sogar sehr gut kennt: Manche hat er bereits trainiert – wie Karlis Plendiskis, Jannik Vollmer und Dennis Mooy –, gegen andere hat er gespielt – wie Musa Karli.

Kein Aufstiegsdruck – eigentlich

Höchst interessant war die Art, wie Clubchef Engelbart seine Erwartungshaltung formulierte – er schlich verbal über dünnes Eis. Zunächst verkündete er, dass der neue Trainer „überhaupt keinen Druck“ habe, was den Aufstieg in die Regionalliga angeht. Um dann festzustellen: „Wir wünschen uns das natürlich schon.“ Der Plan sehe einen Aufstieg bis 2023 vor. „Aber dann bin ich 80. Ich will das doch noch genießen.“ Riebau verwies auf die ungleich stärkere, kommende Oberliga, in die mindestens drei Absteiger kommen.

Der Trainer war auch mutig genug, in Anwesenheit des Vorsitzenden und des Vereinsberaters Stefan Keller Neuzugänge zu fordern. Die Mannschaft habe Potenzial, „aber wir müssen uns verstärken“. Damit dürfte speziell die Offensive gemeint sein, die Riebau so am Herzen liegt: „Wir wollen Fußball nach vorne spielen und nicht nur arbeiten. Wir müssen wissen, was wir tun, wenn wir den Ball haben.“

Verstärkung für Offensive?

Damit legte er auch den Finger in die Wunde, denn Atlas brachte in zwölf Ligaspielen 2019 gerade einmal zwölf Treffer zustande – in fünf Partien gelang überhaupt keiner. Dass der Verein Soforthilfe auf dem Transfermarkt findet, bezweifelt zumindest Engelbart – trotz der sechsstelligen DFB-Pokal-Einnahmen: „Einen Topstürmer kriegen wir nicht. Den werden wir entwickeln müssen.“

Wann Riebau zum Trainingsauftakt bittet, ist noch nicht sicher. Bestätigt ist bereits der Test der Delmenhorster gegen Regionalligist Hannover 96 II am Samstag, 29. Juni, ab 14 Uhr auf der Anlage des TuS Hasbergen.

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